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Bildarchiv Ostpreußen

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Ostpreußen, die nordöstlichste Provinz des Deutschen Reiches mit rund 39 000 km Fläche, hatte 1939 2,6 Millionen Einwohner. Allein in der Hauptstadt Königsberg lebten 372 000 Einwohner (14,3 %). Mit 66,6 Einwohnern je km war Ostpreußen vergleichsweise dünn besiedelt; die Einwohnerzahl heute in Ostpreußen ist etwa gleich, wobei besonders deutlich im nördlichen Ostpreußen eine Aufgabe des dörflichen Bereichs zu einer Konzentration in städtischen Ansiedlungen erfolgte.
Die Landschaft wurde durch die Eiszeit gestaltet: Moränen und Seen. Insgesamt sind 4 % der Landesfläche Wasser. Die 220 km lange Ostseeküste wird durch das Frische und das Kurische Haff bestimmt, die das Samland mit seiner Bernsteinküste voneinander trennt. Nehrungen scheiden die Haffs von der Ostsee und bilden so eine eindrucksvolle „Ausgleichsküste“.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung

Während der Süden des Landes (Oberland, Masuren) leichte, sandige Böden hat, findet sich in der Landesmitte schwerer Ackerboden. In den Flußniederungen liegen Weiden und Wiesen. Im Westen begrenzt die Weichsel Ostpreußen, im Norden die Memel, beide münden in Delten in die Ostsee.
Ostpreußen ist weitgehend ohne industriell bedeutende Bodenschätze. Zwei natürliche Vorkommen sind jedoch von Bedeutung: Ton und Bernstein, der bis heute von wirtschaftlicher Bedeutung für die Region ist.
In frühgeschichtlicher zeit bewohnten die baltischen Prussen nach Stammesgebieten dieses Land. Es gab zwölf prußische Stämme in den entsprechenden Landschaften (Gauen):

Barten (Rastenburg)
Galindien (masurische Seenplatte)
Kulmerland (Thorn)/ Lubava (Löbau)
Nadrauen (Insterburg)
Natangen
Pogesanien (Heilsberg)
Pomesanien (Marienburg)
Sambia/Samland (Königsberg)
Sassen (Tannenberg/Stębark)
Schalauen (Tilsit)
Sudauen (Jatwinger) (Lyck, Suwałki)
Warmien/Ermland (Braunsberg)

Quelle: http://de.wikipedia.org


Sie widersetzten sich im Mittelalter der Christianisierung durch die Polen. 1225 rief der polnische Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden gegen die Prussen zur Hilfe. Kaiser und Papst gestanden dem Ritterorden die zu gewinnenden Gebiete 1226 und 1234 zu. In der Folgezeit errichtete der Orden Burgen, Städte und Dörfer und holte deutsche Siedler ins Ordensland. Rund 300 Jahre bestand dieser Staat, bis er, durch Kriege und von Krisen geschwächt, unterging. 1410 unterlag das Ordensheer der polnisch-litauischen Union bei Tannenberg.

Schlacht bei Tannenberg von Jan Matejko

Quelle: http://www.google.pl

Darstellung in der Berner Chronik von Diebold Schilling dem Älteren um 1483

Quelle: http://www.google.pl

 

 

1466 verlor der Orden im 2. Thorner Frieden das spätere Westpreußen und das Ermland. Der letzte Hochmeister in Preußen, Albrecht von Brandenburg-Ansbach, säkularisierte 1525 den restlichen Ordensstaat, trat zum evangelischen Glauben über und nahm Ostpreußen vom polnischen König als erbliches Herzogtum zu Lehen. Kurfürst Friedrich III. kürte sich am 18. Januar 1701 in Königsberg und nannte sich fortan König Friedrich I. in Preußen. Dies war die Geburtsstunde des Königreiches Brandenburg-Preußen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entvölkerte die Pest Ostpreußen, das von Glaubensflüchtlingen aus Salzburg, aus Frankreich und der Schweiz neu besiedelt wurde.
Nach der Niederlage 1806/07 gegen Napoleon war Ostpreußen letzte Bastion Preußens. Erst die Befreiungskriege 1813/15 stellten die alte Souveränität wieder her.
In den zwei Weltkriegen wurde das Agrarland Ostpreußen verheert. Nach dem 1. WK wurde das Memelland und das Soldauer Gebiet ohne Volksabstimmung durch den Versailler Vertrag abgetrennt und durch den „polnischen Korridor“ vom Reich abgetrennt.
Der Untergang Ostpreußens folgte 1944/45 durch den Vormarsch der sowjetischen Armeen.
Heute ist Ostpreußendreigeteilt: das Memelland gehört heute zu Litauen, das Königsberger Gebiet gehört als Enklave in der EU zu Rußland und das südliche Ostpreußen entspricht der heutigen polnischen Wojewodschaft Ermland und Masuren. In den drei Teilen Ostpreußen leben heute noch etwa 50.000 Deutsche.
Doch auch in der Bundesrepublik leben noch viele Ostpreußen und ihre Nachfahren, von denen nur wenige wissen:

prof. Sielmann (Tierforscher),

Quelle:http://www.google.pl

Felix Magath i Udo Lattek (Fußball-Sportler)

Quelle: http://www.google.pl

Quelle:http://www.google.pl

Siegfried Lenz

Quelle: http://www.google.pl

Arno Surmiński (Publizisten),

Quelle: http://www.google.pl

Armin Müller-Stahl (Schauspieler)

Quelle: http://www.google.pl

sind Ostpreußen und selbst der Musik-Titan Dieter
Bohlen

Quelle: http://dieterbohlenpolska.ning.com/

hat ostpreußische Wurzeln.

 

 

Der Tourismus nicht nur der heimatvertriebenen Ostpreußen ist seit dem Zusammenbruch des Ostblocks neu aufgeblüht. Masuren und die Kurische Nehrung gelten als wesentliche Reiseziele.

Über die Kurische Nehrung schrieb Wilhelm von Humboldt 1809: „Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, daß man sie eigentlich ebensogut wie Spanien und Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen sollte." Die Worte des Direktors für Kultus und Unterricht im Preußischen Innenministerium haben ihre Gültigkeit nicht verloren. Immer wieder zog und zieht es noch heute Künstler in die ehemalige Malerkolonie.

 

 



Quelle: http://www.oldenburg1.de/download/50905901/

Quelle: http://www.google.pl