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Bildarchiv Ostpreußen

Ostpreußische Pfefferkuchenfiguren

Dieses Rezept aus dem Kochbuch meiner Urgroßmutter (10 Pfund Mehl, pro Pfund je ein flacher Teelöffel Zimt und Kardamom, einen halben Teelöffel Nelken, 6 Pfund Honig, 2 Pfund Zucker, 1 bis 2 Pfund Schweineschmalz, eventuell 6 Eier, 75 Gramm Pottasche) muss nach meiner Erfahrung den heutigen Verhältnissen angepasst werden. Nur wer eigenen Honig hat, der im Sommer gewonnen wurde, kann nach dem alten Rezept arbeiten. Der billige Importhonig, den es heute in Eimern zu kaufen gibt, ist sehr viel fester und süßer. Ich habe daher den Zucker ganz weggelassen und dafür auf zehn Pfund mahl 8 bis 9 Pfund Honig statt 6 Pfund genommen. Ganze Eier machen die Figuren haltbarer.

Pfefferkuchenfiguren 1
Pfefferkuchenfiguren: Fischkreis, Hasenkreis, Vogelkreis, Jahresrad mit Vogel, Adler, Schimmelreiter.

Die abgebildeten Figuren zeichnet man vergrößert auf Pappe (Maßstab: Spinnerin neun Zentimeter hoch). Die ausgeschnittenen Pappschablonen legt man auf den ausgerollten Teig und schneidet mit einem kleinen, spitzen Messer an den Rändern entlang. Die Figuren werden hellbraun gebacken, am anderen Tage mit der kleinsten Tüte einer Gerdaspritze angemalt, wobei man außer den hier gezeigten auch andere Möglichkeiten finden kann. Der Guss dazu braucht nur aus Puderzucker und Wasser zu bestehen. Für große Mengen Honigkuchen wird er sonst zu teuer. Vorsicht! Nur ein paar Tropfen Wasser oder Rosenwasser! Er darf nicht ohne Druck aus der Spritze fließen.

Pfefferkuchenfiguren 2
Pfefferkuchenfiguren: Pferdeköpfe, Bock, Herzblume, Spinnersche, drei Schicksalsfrauen (Nornen)1 .

Quelle: „Vom Festefeiern in Ostpreußen“ von Hedwig von Lölhöffel-Tharau, Hamburg 1987

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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nornen